Dringende Geschäfte
Marion wacht durch den Druck in der Blase auf. Durch die halb geschlossenen Fensterläden dringt kaum Licht. Es muss also noch früh am Morgen sein, schlussfolgert sie, als sie mit den Füßen ihre Puschen angelt und hineinschlüpft.
Unter der dicken Federdecke ist es warm gewesen, aber jetzt fröstelt sie. Sie spürt, dass sich ihre Brustwarzen zusammenziehen und steht auf. Vorsichtig tastet sie durch das dunkle Zimmer in Richtung Tür. Was hat ihr Verlobter gestern Abend noch einmal gesagt, wo die Toilette sei? Sie dreht ihr langes, blondes Haar und überlegt.
Ach ja. Treppe runter, rechts, dann geradeaus durch zwei Türen.
Kurz überlegt Marion, ob sie sich noch ihre Jacke überziehen soll, weil es ihr in dem feinen, fast durchsichtigen, kurzen Nachthemdchen zu kalt ist. Aber sie entscheidet sich dagegen. Der Druck meldet: sehr dringend!
Also Treppe runter, rechts und dann die erste Tür öffnen. Im Raum ist es leicht dämmrig und aus der Ecke leuchtet ein kleines Licht. Marion kann erkennen, dass sie in einer Küche ist. Sie bleibt kurz stehen und sucht mit den Augen eine weitere Tür, die zur Toilette führen muss. Es ist ganz einfach. Nur noch ein paar Schritte geradeaus, dann hat sie ihr Ziel erreicht.
„Moin“, sagte eine tiefe, männliche Stimme.
Marions Kopf geht mit einem Ruck in Richtung des Geräusches. Am großen Esstisch in der Ecke sitzt an der Stirnseite ein großer, kräftiger Mann mit einer Kaffeetasse in der Hand. Sie spürt, wie sie von oben bis unten gemustert wird. Sie spürt, wie ihr die Röte ins Gesicht steigt. Auf den nächsten paar Schritten macht sie sich klein und versucht ihr kurzes Hemdchen weiter nach unten zu ziehen. Wenigstens ihren Po will sie noch kurz ordentlich bedecken.
Endlich kann sie die Tür, mit den beiden Nullen drauf, hinter sich zuschließen und ihre Blase entleeren. Währendes plätschert überlegt sie, wie sie ungesehen wieder zurück kommt.Warum hat ihr Verlobter gestern Abend nicht erzählt, dass sie zur Toilette durch die Küche muss? Und wer ist der Mann, der in der Küche sitzt?
Sie könnte ja eine Weile warten, bis der Mann weggegangen ist, überlegte sie. Nur … das könnte lange dauern. Es ist ihr jetzt schon sehr kalt. Eine Heizung und ein Waschbecken gibt es nicht auf diesem knappen Quadratmeter. Die Hände muss sie sich wohl in der Küche waschen. Aber was soll sie sagen, wenn sie jetzt wieder rausgeht?
Marion straff sich. Es nützt nichts. Sie muss so schnell wie möglich raus aus diesem kalten Örtchen. Durchsichtiges, kurzes Nachthemdchen hin oder her. Beherzt öffnet sie die Tür, sagt „Guten Morgen“, und wäscht sich die Hände. So schnell wie möglich verschwindet sie wieder in ihr Zimmerchen. Sie ist sich sicher, dass die Blicke des Mannes ihr folgen.
Später stellt sie ihren Verlobten deswegen zur Rede. Der lacht und sagt: „Ach. Das war nur mein Vater. Der steht morgens immer so früh auf.“
—–
Hast du auch schon einmal eine peinliche Situation erlebt, die sich später als halb so schlimm herausgestellt hat? Wenn du sie teilen magst, schreib gerne einen Kommentar.




Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!