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Wir haben unseren Hund noch nicht lange und schon wird mir klar: Wenn das was richtiges werden soll, dann brauchen wir klare Regeln. Das Fellpacket Leika ist nämlich kein Schoßhund, sondern braucht etwas mehr Platz. Die Ecke im Flur bei der Haustür ist am besten dafür geeignet. Eigentlich wissen das unsere Kinder, aber ich will sie nochmal erinnern.

„Mädels“, sage ich nach dem Abendbrot, bevor sie mir entwischen. „Die Leika schläft im Flur. Jeder von uns hat sein eigenes Bett und auch die Hündin braucht ihren Platz.“ Zur Unterstützung meiner mütterlichen Kompetenz hebe ich die Hand und schüttle den Zeigefinger.

Die beiden großen sagen „OK“ und verschwinden in ihren Zimmern. Die dritte meint: „Na klar. Ist doch selbstverständlich.“ Und die Jüngste meint: „Ich will sie auch nicht auf dem Teppich in unserem Zimmer. Der wird sonst bloß dreckig.“

Ich bin zuversichtlich, dass die Kinder es verstanden haben. Schließlich sind sie alle schon fast im Teenager-Alter.

Am späten Abend mache ich noch eine kleine Gassirunde mit der Hündin. Dann schicke ich sie an ihren Platz. Bevor ich in meinem eigenen Bett verschwinde, gehe ich noch die abendliche Runde durch die Kinderzimmer. Überall ist schon Ruhe. Alles scheint zu schlafen. Auch die beiden Kleinen, die ein Zimmer miteinander teilen. Wenig später versinke ich in meinen Federn und meine Äuglein fallen zu.

Es ist noch tief in der Nacht und stockdunkel, als ich wach werde. Irgendetwas schnarcht hier in meiner Nähe. Mein Lieblingsmensch kann es nicht sein, denn das Geräusch kommt von etwas weiter her. Bis ich von meinem halbwachen Zustand soweit munter werde, dass ich aufstehe, dauert es eine Weile. Dann tapse ich mit nackten Füßen aus dem Zimmer. Mit den Händen taste ich mich an der Wand entlang immer näher auf das Geräusch zu. Es kommt aus dem Zimmer, in dem die beiden Kleinen schlafen.

Mein auf Minimum laufendes Gehirn registriert, dass das Geräusch vom Fußboden her kommt. Ich frage mich, ob eins der Kinder aus dem Bett gefallen ist. Hoffentlich ist nichts passiert. Aber ich habe doch nichts rumpeln gehört! Der Schreck fährt mir in die Glieder und ich bin deutlich wacher als noch kurz zuvor. Vielleicht muss ich das Kind ja wieder in sein Bett legen!

Ich breite meine Arme aus und versuche das schnarchende Kind hochzuheben. Doch dann greife ich in warmes, weiches Hundefell. Leise, aber doch sehr bestimmt flüstere ich Leika zu: „Aber jetzt sofort ab auf deinen Platz!“ Sie merkt meinen Ärger und schleicht sich dorthin.

Nun kontrolliere ich doch noch die schlafenden Kinder in ihren Betten. Alles ist in Ordnung. Dann schleiche ich in mein Bett zurück und nehme mir vor, die Schuldige am nächsten Tag eine extra Arbeit im Haus machen zu lassen.

Der Rest der Nacht vergeht schnell und auch der Vormittag. Zum Frühstück habe ich keine Gelegenheit, mir die Mädchen vorzuknöpfen. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit sind sie alle schnell aus dem Haus und auf dem Weg zur Schule. Nun ja. Der Mittag kommt bestimmt und die Mädchen wieder nach Hause. Die Übeltäterin wird ihrer Strafe nicht entgehen.

Beim Mittagessen, als alle hungrig ihre Eierpfannkuchen verspeisen, nehme ich sie mit meinen Augen ins Visier. „Wer von euch hat heute Nacht die Hündin mit auf das Zimmer genommen?“

Ich ernte von allen Unschuldsminen. Das war mir klar.

Doch dann rutscht die Jüngste auf ihrem Stuhl hin und her. Sie kann nicht mehr schweigen und plappert los: „Die war’s!“ Sie zeigt mit dem Finger auf ihre Schwester, die ihr eine Nase zieht.

Mit gerunzelter Stirn schaue ich die Übeltäterin an. „Du weißt, dass du gegen die Regel verstoßen hast?!“

Sie zuckt die Schultern. „Aber Mami. Da kann ich gar nichts für. Leika kam von ganz alleine! Ich hab sie einfach nur nicht weggeschickt.“

Ich muss in mich reinschmunzeln, versuche aber, ernst zu bleiben. So oder so muss das Mädel eine Konsequenz spüren. „Und weil du das nicht gemacht hast, liegen da jetzt etliche Hundehaare auf eurem Teppich. Du wirst also heute euer Zimmer staubsaugen.“

Die Schuldige verzieht das Gesicht. Sie ist darüber nicht begeistert. Aber später am Nachmittag höre ich sie singend mit dem Staubsauger in ihrem Zimmer hantieren.

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Wenn Kinder sich verplappern, kommt in der Regel die Wahrheit ans Licht. Ist dir das auch schon so begegnet? Schreib mir gerne einen Kommentar.

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Diese Geschichte entstand in der Blognacht mit Anna Koschinski.

Ich greife nach der Hundeleine. Schon steht sie da und wedelt mit dem Schwanz. Seit wir unsere Mischlingshündin Leika aus dem Tierheim geholt haben, gehört sie zur Familie. Jeden Vormittag, wenn die Kinder in der Schule sind, ist ihre Zeit. Und meine natürlich auch.

Wie fast immer, so auch heute, will ich mit dem Auto ein Stück aus dem Wohngebiet hinausfahren. Kaum habe ich den Kofferraumdeckel geöffnet, springt sie hinein. Ich setze mich hinters Steuer und nach kurzer Zeit habe ich den Parkplatz am Wandrand erreicht. Von hier aus gehen viele verschiedene Wege, die ich oft als Rundweg mit unserer Leika laufe.

Heute entscheide ich mich, zuerst den Hügelanstieg zu machen. Zügig schreite ich voran. Ich freue mich über die Bewegung, die ich beim Hundespaziergang bekomme. Ich schaue in den Himmel, auf dem kleine weiße Wölkchen von einem leichten Wind bewegt werden. An der Leine ist Leika einmal vor mir und einmal hinter mir. Ganz nach ihrer Gewohnheit läuft sie mindestens viermal so viel Schritte wie ich. Nun ja. Sie hat ja auch vier Beine. 🙂

Als wir auf dem Höhenweg ankommen machen wir eine kurze Schnaufpause. Leika bräuchte es zwar nicht, aber ich. Ich freue mich über die Natur. Weite Ackerflächen liegen vor mir und an den Feldrändern stehen die noch nicht abgemähten Grasstücke in hohen Halmen. Leika ist mit der Schnauze nahe auf dem Boden. Mir scheint, als würde sie die „Zeitung lesen“, die andere Hunde vor ihr hier hinterlassen haben.

Weiter geht es, bis der Weg eine Biegung macht und am Wandrand entlang geht. Rechts neben dem Weg ist ein Graben und die typischen, dort wachsenden Büsche. Holunder, Weißdorn, Schlehe, Heckenrosen und viele Haselsträucher.

Ich lasse Leika an der langen Leine und versinke in meinen eigenen Gedanken. In der Natur zu sein, das erfreut mein Herz und ich kann meine Alltagssorgen loslassen. Die Hündin vor mir macht ihren Zickzackweg und schnuppert mal hier mal dort.

Plötzlich bemerke ich, wie sie ihre Ohren spitzt. Und dann ist sie weg. Ich kann sie nicht mehr sehen. Oder doch? Da guckt gerade noch die oberste Spitze ihres Schwanzes aus dem hohen Gras heraus, das den Graben am Waldrand überwuchert hat.

„Leika“, rufe ich. „Was machst du denn?“ Da springt sie mit einem Satz wieder aus dem Graben heraus. Ich muss herzhaft lachen, als ich sehe, wie der Rest eines Mäuschens in ihrem Maul verschwindet.

„Na denn. Guten Appetit. Lass dir deinen Nachtisch gut schmecken.“

Leika schüttelt sich kräftig das Wasser aus dem Fell und kommt schwanzwedelnd auf mich zu. Sie zeigt ihr typisches Hundegesicht, was wohl heißen soll: „Ich kann gar nichts dafür.“ Dann putzt sie ihre Schnauze an meiner Hose ab und läuft wieder davon.

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Anke Cras hat zur Blogparade aufgerufen mit dem Thema: „Meine unvergesslichsten Tiermomente“. Obige Geschichte war es bei mir. Immer wenn ich daran denke, muss ich schmunzeln und meine Freude von damals wird wieder lebendig. Deshalb passt dieser Beitrag auch zur Blogparade von Lydia Gajewsky. Ihr Thema ist: „Lebensfreude“.