Dienstagabend
Immer Dienstags schreibe ich mit Melanie. Immer produktiv. Ich liebe diese Zeit. Warum? Davon kannst du dich hier überzeugen. Ein paar Streiflichter haben wir gemeinsam zusammengestellt. An einem Dienstag.
…..
Edith:
18:40 Uhr. Mein Wecker klingelt. Gemeinsame Schreibzeit mit Melanie. Jetzt aber schnell die Reste des Abendbrotes verspeisen und dann ab ins Kreativzimmer an den Computer.
Melanie:
Mist, schon 18:30 Uhr und ich steh immer noch im Gemüsebeet und ernte. Eigentlich will ich Edith ja nicht warten lassen.
Edith:
19:00 Uhr. Sie schreibt: „Ich ruf gleich durch“ und wenige Minuten später erscheint ihr Kopf im Videocall.
Melanie:
Zum Glück bin ich nur ein paar Minuten zu spät. Im Sommer ist 19 Uhr eigentlich viel zu früh. Aber ich will ja schreiben. Ohne Edith würde das nichts werden. Sie sagt, dass unsere Dienstage ihr helfen, dranzubleiben. Darüber freue ich mich riesig! Heute hat sie schon ohne mich angefangen. Ich habe einen Wettbewerb entdeckt, für den ich eine Idee habe. Die möchte ich ausarbeiten. Was wird Edith machen?
Edith:
Heute beschäftige ich mich mit den Figuren von Band 3 meiner Perleberg Saga.
21:00 Uhr. Melanie winkt in die Kamera. Ich mache das Mikro wieder an. Es ist schon ganz schön anstrengend, so lange so konzentriert zu sein.
Melanie:
Du bist gut vorangekommen, oder? Ich habe gesehen, wie viel du getippt hast. Bei mir ist der erste Entwurf meiner Kurzgeschichte fertig. Gefällt mir gut. Bis nächste Woche! Ich freue mich schon!
Edith:
Am anderen Dienstag habe ich Enkelbesuch und mache dem Kind klar: Jetzt ist gemeinsame Schreibzeit mit Melanie.
Melanie:
Heute habe ich es pünktlich geschafft. Bei Edith sitzt ein kleines Mädchen vor dem Bildschirm. Ihre Enkelin, wie ich erfahre. Sie guckt neugierig und auch ein bisschen skeptisch zu, wie wir die Mikros ausschalten und uns zwar sehen, aber nicht unterhalten.
Edith:
Eigentlich ist der Freundesbrief für meine Newsletterabonnenten dran. Aber die kleine Enkelin sitzt auf meinem Schoß und malt. Weil ich so nicht tippen kann, entwerfe ich erstmal eine handschriftliche Fassung.
Melanie:
Mitten in meinem Schreibfluss sehe ich aus den Augenwinkel, wie Edith herzhaft lacht. Sie kringelt sich förmlich und drückt ihre Enkelin liebevoll an sich. Ich lache mit, obwohl ich keine Ahnung habe, was gerade so lustig war.
Edith:
Meine Enkelin hat einen sprachlichen Witz rausgehauen. Der ist so gut, dass ich ihn unbedingt in eine Geschichte fassen muss. Schnell notiere ich mir die Pointe, bevor ich mich von Melanie verabschiede.
Melanie:
Ha, heute bin ich als Erste am Rechner. Ich habe eine neue Kurzgeschichte für einen anderen Wettbewerb angefangen und möchte unbedingt wissen, wie sie sich entwickelt. Den letzten Twist kennt ich schon, denn damit fange ich immer an. Die spannende Frage ist dann nur: Wie um alles in der Welt konnte es dazu kommen?
Edith:
19:15 Uhr. Ich habe es geschafft und sitze am Rechner. Sobald wenn ich Melanies Gesicht sehe steigt meine Laune. Heute möchte ich die Anmerkungen aus dem Lektorat für den 2. Band der Perleberg Saga einarbeiten. Mal sehen, wie weit ich komme. Bis 21:00 Uhr will ich durchhalten, auch wenn ich schon ziemlich müde bin.
Melanie:
Ich bin so in meine Geschichte versunken, dass ich Ediths virtuelle Anwesenheit kaum wahrnehme. Trotzdem ist es anders für mich, als allein zu schreiben. Ich werde die Geschichte fertig bekommen! Sie gefällt mir so gut, dass ich über mich selbst lachen muss. Was habe ich mir da nur wieder ausgedacht?!
Edith:
Melanies Blick ist immer auf den Bildschirm gerichtet, wenn ich hinschaue. Ich bin echt gespannt, was sie erzählt, wenn wir uns am Ende noch einmal austauschen.
Melanie:
Edith ist müde. Sie möchte für heute aufhören. Überarbeiten ist anstrengend für sie. Ich frage sie, ob ich ihr gleich meine Kurzgeschichte zum Testlesen schicken kann. Natürlich sagt sie: „Ja.“ Es ist das erste Mal, dass ich ihr etwas von mir zum Lesen schicke. Hoffentlich gefällt ihr meine Geschichte.
Edith:
22:00 Uhr. Ich durfte ihre Geschichte lesen. Nun liege ich im Bett und grinse. Melanie hat einen urkomischen Text geschrieben.
Edith:
Am nächsten Dienstag freue ich mich besonders auf unsere Schreibzeit. Ob Melanie die Einladung für den Schreibnovember von Textgefährtin Meike auch erhalten hat?
Melanie:
Edith fragt mich, ob wir dieses Jahr wieder am Schreibnovember teilnehmen. Eigentlich bin ich ganz zufrieden so, wie es jetzt ist, aber die größere Runde hat natürlich auch Vorteile. Schließlich ist unser Dienstagabend auch aus dem Schreibnovember hervorgegangen. Ich sage also zu und melde mich gleich an. Was hat Edith heute vor?
Edith:
Die ungefähre Idee zu einer Geschichte ist in meinem Notizbuch skizziert. Sie soll als Blogartikel auf meiner Website veröffentlicht werden. Und du?“
Melanie:
Die Geschichte für den Wettbewerb ist abgeschickt. Nun habe ich mir einen neuen Wettbewerb ausgesucht. Ich versuche, eine Idee dazu zu entwickeln.
21:00 Uhr. Mir raucht der Kopf.
Ich bin super zufrieden mit dem Abend, habe die Szene gefunden, auf die meine Geschichte hinauslaufen soll. Ich winke Edith, mache das Mikro an und erzähle von meiner Idee.
Edith:
Ich muss schon sagen, dass Melanie so richtig gute Ideen hat. Wenn sie mich daran teilhaben lässt, aktiviert das auch meine kreativen Gehirnzellen. Das sage ich ihr auch. Sie schmunzelt. Ich werde heute noch solange am Rechner bleiben, bis der Artikel draußen ist.
…..
Und was machst du so am Dienstagabend? Hast du auch eine Schreibkameradin, die dich an einem bestimmten Termin in der Woche bei deinen Schreibprojekten begleitet? Schreib es mir gerne in einem Kommentar.








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